Da Ulenspiegel von Dudzeele heimkehrte, sah er vor der Stadt Nele an einem Zaun lehnen. Sie pflückte von einer blauen Weintraube die Beeren ab und biß eine nach der andern durch. Sonder Zweifel war ihr solches eine Erfrischung und Ergötzung, doch sie ließ kein Vergnügen erkennen. Sie schaute im Gegenteil bös drein und riß die Beeren zornig von der Traube. Sie war so voller Harm und hatte solch betrübtes, trauriges und holdseliges Antlitz, daß Ulenspiegel von verliebtem Mitleid erfaßt ward. Er trat vergnügt hinter sie und gab ihr einen Kuß auf den Nacken. Sie aber verabreichte ihm als Gegengabe eine tüchtige Maulschelle.
„Ich sehe darum nicht klarer“, sprach Ulenspiegel.
Sie weinte und schluchzte.
„Nele,“ sprach er, „willst Du jetzo Springbrunnen am Eingang der Dörfer errichten?“
„Geh Deiner Wege“, gebot sie.
„Ich kann doch nicht gehen, wenn Du also weinst, Liebchen.“
„Ich bin kein Liebchen und ich weine nicht“, sprach Nele.
„Nein, Du weinst nicht, doch es kommt gleichwohl Wasser aus Deinen Augen.“
„Willst Du wohl fortgehen?“
„Nein,“ sprach er.