Très-Long antwortete:
„Nach Sitte und Brauch der Stadt ist es Recht und Gesetz, daß ein junges Weib, Jungfrau oder ledig, einen Mann vom Strang errettet, wenn sie ihn am Fuße des Galgens zum Gatten nimmt.“
„Gott ist mit ihm,“ sprach de Lumey, „bindet ihn los.“
Darauf ritt er an das Gerüst heran und sah das Mägdlein geschäftig, Ulenspiegels Stricke zu zerschneiden, und der Henker wollte sich ihrem Vorhaben widersetzen und sagte:
„So Ihr sie zerschneidet, wer wird sie bezahlen?“
Aber das Mägdlein hörte ihn gar nicht.
Da er sah, daß sie so behend, verliebt und klug war, ward er gerührt.
„Wer bist Du?“ fragte er.
„Ich bin Nele, seine Braut, und komme aus Flandern, ihn zu suchen.“
„Du tatest recht,“ sagte de Lumey in rauhem Ton.