Und als die Männer und Weiber aus dem Volk Très-Long reden hörten, schrien sie: „Erbarmen, Euer Gnaden, Erbarmen und Gnade für Ulenspiegel!“
„Dieser Eisenkopf hat mir getrotzt,“ sprach de Lumey, „er möge bereuen und sagen, daß ich recht getan habe.“
„Willst Du bereuen und sagen, daß er recht getan habe?“ sagte Très-Long zu Ulenspiegel.
„Soldatenwort ist kein gülden Wort mehr,“ gab Ulenspiegel zur Antwort.
„Zieht den Strick zu,“ sagte de Lumey.
Der Henker wollte gehorchen; da sprang ein junges Mädchen, ganz in Weiß gekleidet, mit einem Blumenkränzlein im Haar, wie rasend die Stufen des Blutgerüsts hinauf, warf sich an Ulenspiegels Brust und sagte:
„Dieser Mann ist mein; ich nehme ihn zum Gatten.“
Und das Volk klatschte in die Hände und die Weiber schrieen:
„Es lebe das Dirnlein, Ulenspiegels Retterin!“
„Was bedeutet das?“ fragte Herr de Lumey.