„Das werde ich nicht tun.“
„Dann soll er zum wenigsten sagen, daß ich nicht Unrecht gehabt habe,“ schrie de Lumey, in Wut geratend.
Ulenspiegel entgegnete:
„Ich bin kein Speichellecker großer Herren; Soldatenwort kein gülden Wort mehr.“
„Der Galgen soll aufgerichtet werden,“ sagte de Lumey. „Führt ihn hin; so wird es ein hanfenes Wort sein.“
„Ja,“ sprach Ulenspiegel, „und vor allem Volk werde ich Dir zurufen: Soldatenwort ist kein gülden Wort mehr!“
Der Galgen ward auf dem großen Markt errichtet, und die Kunde durchlief alsbald die Stadt, daß Ulenspiegel, der tapfere Geuse, gehenkt werden sollte. Und das Volk ward von Mitleid und Teilnahme ergriffen. In hellen Haufen kam es zum Großen Markt, und Herr de Lumey kam auch angeritten, da er selber das Zeichen zur Hinrichtung geben wollte.
Ohne Erbarmen sah er Ulenspiegel mit dem Totenhemd angetan, auf der Leiter stehen, die Arme am Körper festgebunden, die Hände gefaltet, den Strick um den Hals, und den Henker bereit, seines Amtes zu walten.
Très-Long sagte:
„Euer Gnaden, verzeihet ihm, er ist kein Verräter, und niemand hat je einen Menschen henken sehen, weil er aufrichtig und mitleidig war.“