„Ach, wir werden sterben,“ sagte Nele; „mich hungert!“

„Ja,“ flüsterte Lamm Ulenspiegel zu, „der junge Blutherzog hat gesagt, daß wir ausgehungert gefügiger sein werden, wenn man uns zum Tode führt.“

„Mich hungert so sehr,“ sagte Nele.

Am Abend kamen Soldaten und verteilten ein Brot für sechs Mann.

„Dreihundert wallonische Soldaten sind auf dem Markt gehenkt worden,“ sagten sie. „Bald werdet Ihr drankommen. Es war von jeher Hochzeit der Geusen mit dem Strick.“

Am nächsten Abend kamen sie wiederum mit ihrem Brot für sechs Mann:

„Vier vornehme Bürger sind enthauptet worden,“ sagten sie. „Zweihundertneunundvierzig Soldaten sind zwei zu zweit zusammen gebunden und ins Meer geworfen. Die Krabben werden dies Jahr fett werden. Ihr anderen habt kein gutes Aussehen seit dem 7. Juli, wo Ihr hier seid. Die Niederländer sind Fresser und Säufer; wir Spanier haben an zwei Feigen zum Nachtmahl genug.“

„Darum also,“ antwortete Ulenspiegel, „muß man Euch überall beim Bürger vier Mahlzeiten von Fleisch, Geflügel, Rahmspeisen, Wein und Eingemachten bereiten; darum braucht Ihr Milch, um die Leiber Eurer Mustachos zu waschen, und Wein, um die Füße Eurer Pferde zu baden?“

Am 18. Juli sagte Nele:

„Ich habe nasse Füße; was ist das?“