„Die Talgkerzen sind dort aufgehängt.“

Da ein Licht angezündet war, sagte einer der Geusen in der Küche:

„Es ist kalt, wir wollen ein Feuer machen, hier ist gutes Reisig.“ Und er wies auf ein Brett mit Blumentöpfen, darinnen vertrocknete Pflanzen standen. Er nahm eine beim Schopf, und als er sie mit dem Topf schüttelte, fiel der Topf hin, und es rollten Dukaten, Gülden und Reale über den Boden.

„Da ist der Schatz,“ sprach er, auf die andern Blumentöpfe deutend.

Und wahrlich, als sie sie ausgeleert hatten, fanden sie zehntausend Gülden darin.

Als der Baas das sah, schrie und weinte er.

Die Knechte und Mägde des Hofes kamen bei dem Geschrei in ihren Hemden herbei. Die Männer, die ihren Herrn rächen wollten, wurden geknebelt. Bald versteckten sich die schamhaften Frauen, sonderlich die jungen, hinter den Männern.

Darauf trat Lamm vor und sagte: „Verräter, wo sind die Schlüssel zum Keller und zum Pferde-, Kuh- und Schafstall?“

„Ihr schändlichen Räuber werdet aufgehenkt werden, bis Ihr sterbt,“ sprach der Pächter.

Ulenspiegel sprach: „Es ist die Stunde Gottes; gib die Schlüssel!“