Messire Worst sprach zu ihnen:

„Ihr tatet übel, die Schiffe zu verlassen; aber um des guten Erfolges willen soll Euch verziehen sein. Die Gefangenen und den Säckel mit Gülden heiße ich willkommen, und auch Euch, wackere Männer, denen ich nach Seerecht und Brauch ein Drittel der Prise zubillige. Das zweite Drittel ist für die Flotte und das dritte für seine Gnaden von Oranien. Den Verräter henket unverzüglich.“

Als die Geusen den Befehl ausgeführt hatten, machten sie ein Loch ins Eis und warfen den Leichnam Dierick Slosses hinein.

Darauf sprach Messire Worst:

„Ist um die Schiffe Gras gewachsen, daß ich die Hennen glucksen, die Schafe blöken und die Ochsen brüllen höre?“

„Das sind Gefangene für unsern Schnabel,“ antwortete Ulenspiegel; „sie werden das Lösegeld mit Fleischgerichten bezahlen. Der Herr Admiral wird das Beste davon bekommen. Was diese anbelangt, die Knechte und Mägde, unter denen artige hübsche Weiblein sind, so will ich sie wieder auf mein Schiff bringen.“

So getan, hielt er ihnen diese Rede:

„Gevatter und Gevatterinnen, Ihr seid hier auf dem besten Schiff, das es gibt. Wir verbringen hier die Zeit mit Schmäusen, Gelagen und Schlemmerei ohne Ende. So es Euch beliebt fortzugehen, zahlt Lösegeld; so es Euch beliebt, hier zu bleiben, werdet Ihr so leben wie wir: arbeiten und gut essen. Was diese allerliebsten Weiblein angeht, so gestatte ich ihnen mit Erlaubnis des Admirals gänzliche Freiheit und sage ihnen, daß es mir einerlei ist, ob sie ihre Liebsten, die mit ihnen aufs Schiff gekommen sind, behalten oder irgend einen wackeren, hier anwesenden Geusen erküren wollen, daß er in ehelicher Gemeinschaft mit ihnen lebe.“

Aber all die niedlichen Weiblein waren ihren Liebhabern getreu, ausgenommen eine, die Lamm lächelnd anschaute und ihn fragte, ob er sie wolle.

„Schönsten Dank, mein Schatz,“ sagte er, „aber ich bin anderweitig beschäftigt.“