Da der Mönch merkte, daß man ihn reden ließ, trug er auf dem Schiffe die Nase hoch; und um ihn noch mehr zum Predigen anzureizen, lästerten die Matrosen und Soldaten die heilige Jungfrau, die hohen Heiligen und die frommen Andachtsübungen der heiligen römischen Kirche.
Dann geriet er in Wut und spie tausend Beschimpfungen gegen sie aus.
„Ja,“ schrie er, „ja, da bin ich traun in der Höhle der Geusen. Ja, dies sind wahrlich die verfluchten Länderaussauger! Ja. Und man sagt, daß der Inquisitor, der heilige Mann, ihrer zu viele verbrannt hat! Nein: Es ist noch genug von dem schmutzigen Ungeziefer übrig. Ja, auf den guten, tapferen Kriegsschiffen unseres Herrn Königs, die ehedem so sauber und gut gewaschen waren, sieht man jetzo das Ungeziefer der Geusen, ja, das stinkende Ungeziefer. Ja, es ist schmutziges, stinkendes, schändliches Ungeziefer, der singende Kapitän, der Koch mit dem Bauch voller Gottseligkeit, und sie alle mit ihren lästerlichen Halbmonden. Wenn der König seine Schiffe mit der Lauge der Geschütze gesäubert hat, wird für mehr als hunderttausend Gülden Pulver und Kugeln vonnöten sein, um diese schmutzige, gemeine, stinkende Seuche zu vertreiben. Ja, Ihr seid alle in Frau Luzifers Bette geboren, die verdammt ist, mit Satanas zwischen Mauern von Ungeziefer, unter Vorhängen von Ungeziefer und auf Polstern von Ungeziefer zu buhlen. Ja, und dort in ihren abscheulichen Umarmungen erzeugten sie die Geusen. Ja, ich spucke auf Euch.“
Auf diese Rede hin sprachen die Geusen zu ihm:
„Was behalten wir diesen Faulenzer hier, der nichts kann als Schimpfworte ausspeien? Wir wollen ihn lieber henken.“
Und sie machten sich ans Werk.
Als der Mönch sah, daß der Strick bereit, die Leiter an den Mastbaum gelehnt war und man ihm die Hände binden wollte, sagte er kläglich:
„Habt Mitleid mit mir, Ihr Herren Geusen, es ist der Teufel des Zornes, der in meinem Herzen spricht, und nicht Euer geringer Gefangener, ein armer Mönch, der auf dieser Welt nicht mehr als einen Hals hat. Gnädige Herren, erbarmt Euch. Schließt mir den Mund mit einer Angstbirne, wenn Ihr wollt, / eine gar schlechte Frucht / aber henket mich nicht.“
Ohne auf ihn zu hören, und trotz seines wütenden Widerstandes schleppten sie ihn nach der Leiter. Da schrie er so gellend, daß Lamm zu Ulenspiegel, der bei ihm in der Küche war und ihn pflegte, sprach: