In der Nacht des folgenden Tages ward Ulenspiegel bei Tagesgrauen durch Lamm geweckt, welcher rief:
„Ulenspiegel, Ulenspiegel! zu Hilfe, hindere sie fortzugehen. Schneidet die Stricke durch, schneidet die Stricke durch!“
Ulenspiegel stieg auf Deck und sagte:
„Warum rufst Du? Ich sehe nichts.“
„Sie ist es,“ antwortete Lamm, „sie, meine Frau; dort in der Schaluppe, die jenes Vlieboot umkreist. Ja, um das Vlieboot, von dem die Lieder und die Lautenklänge kommen.“
Nele war gleichfalls auf Deck gestiegen.
„Schneide die Stricke durch, Liebchen,“ sprach Lamm. „Siehst Du nicht, daß meine Wunde geheilt ist? Ihre weiche Hand hat sie verbunden. Sie, ja, sie. Siehst Du sie in der Schaluppe stehen? Hörst Du? Sie singt noch. Komm, Geliebte, komm, flieh nicht Deinen armen Lamm, der ohne Dich so einsam auf Erden war.“
Nele faßte seine Hand und berührte sein Gesicht.
„Er hat noch Fieber,“ sagte sie.
„Schneidet die Stricke durch,“ sprach Lamm, „gebt mir eine Schaluppe! Ich lebe, ich bin glücklich, ich bin geheilt!“