Nach etlichen Stunden waren sie heiß und durstig, tranken Milch beim Bauern und waren doch nicht erquickt.
Sie setzten sich an den Rand eines Grabens auf den Rasen. Nele war ganz bleich und nachdenklich und Ulenspiegel betrachtete sie furchtsam.
„Du bist traurig?“ fragte sie.
„Ja“, sagte er.
„Warum?“ fragte sie.
„Ich weiß es nicht,“ sprach er, „aber diese Apfel- und Kirschbäume in voller Blüte, diese laue Luft, die wie mit dem Feuer des Blitzes geladen ist, diese Maßliebchen, die sich errötend auf den Auen öffnen, der Schlehdorn dort nahebei in den Hecken, ganz weiß ... Wer sagt mir, warum ich mich so unruhig fühle und immerdar bereit bin, zu sterben oder zu schlafen? Und mein Herz schlägt so stark, wenn ich die Vögel in den Bäumen erwachen höre und sehe die Schwalben, die wieder da sind. Dann möchte ich weiter wandern als Sonne und Mond. Und bald ist mir kalt, bald heiß. Ach, Nele, ich wollte, ich wäre nicht mehr auf dieser erbärmlichen Welt, oder ich könnte der, die mich liebte, tausend Leben geben“ ...
Aber sie schwieg, und blickte Ulenspiegel mit frohem Lächeln an.