„Laß mich reden,“ sprach die Frau, ihn umarmend. „Ich will augenblicks tot sein, wenn ich Dich hintergehe.“
„So stirb,“ sprach Lamm, „denn Du wirst lügen.“
„Hör mir an,“ sprach sie.
„Rede oder schweige,“ sagte er, „mir ist es einerlei.“
„Broer Adriaensen,“ sagte sie, „galt für einen guten Kanzelredner. Ich ging, ihn zu hören. Er stellte den geistlichen Stand und das Zölibat weit über alle andern, weil sie die Frommen am besten ins Paradies führen. Seine Beredsamkeit war gewaltig und ungestüm. Mehrere ehrbare Frauen, darunter ich, und sonderlich eine gute Zahl Witwen und Jungfrauen wurden ganz verstört davon. Maßen der ehelose Stand so vollkommen ist, empfahl er uns, darin zu verbleiben. Wir schwuren, nicht mehr ehelich zu leben ....“
„Ausgenommen mit ihm, ohne Zweifel,“ sagte Lamm unter Tränen.
„Schweig,“ sagte sie erzürnt.
„Weiter,“ sagte er, „vollende; Du hast mir einen harten Schlag versetzt, den werd’ ich nicht überwinden.“
„Doch, lieber Mann,“ sagte sie, „wenn ich allzeit bei Dir sein werde.“ Sie wollte ihn umarmen und küssen; er aber stieß sie zurück.
„Die Witwen,“ sagte sie, „gelobten ihm in die Hand, sich nie wieder zu verheiraten.“