Ulenspiegel gab Lamm die Schlüssel zum Käfig und er öffnete ihn. Er wollte den Mönch bei einem Ohr auf Deck ziehen, aber er konnte es nicht; er wollte ihn seitwärts herausziehen, aber das ging ebenso wenig.

„Man muß alles zerbrechen; der Kapaun ist fett,“ sagte er.

Nunmehr kam der Mönch heraus und rollte seine dicken, blöden Augen, dieweil er seinen Bauch mit beiden Händen festhielt. Da zog eine große Welle unter dem Schiff her und er fiel auf sein Gesäß.

Und Lamm sprach zum Mönche:

„Wirst Du noch „Dicker“ sagen? Du bist dicker als ich. Wer zwang Dich, sieben Mahlzeiten am Tage zu halten? Ich. Woher kommt es, Schreihals, daß Du jetzt ruhiger bist und sanfter zu den armen Geusen?“

Und er redete weiter:

„So Du noch ein Jahr im Käfig bleibst, wirst Du nicht mehr daraus herfür können. Deine Wangen beben wie Schweinesülze, wenn Du Dich bewegst; Du schreist schon nicht mehr, bald wirst Du nicht mehr atmen können.“

„Schweig, Dicker,“ sagte der Mönch.

„Dicker!“ sprach Lamm und geriet in Wut. „Ich bin Lamm Goedzak, Du bist Bruder Dicksack, Fettsack, Lügensack, Schlucksack, Wollustsack. Du hast vier Finger breit Speck unter der Haut, man sieht Deine Augen nicht mehr. Ulenspiegel und ich könnten bequem in der Kathedrale Deines Bauches hausen! Du nennst mich Dicker; willst Du einen Spiegel, um Deinen Bauch zu betrachten? Ich habe Dich gemästet, Du Denkmal von Fleisch und Bein. Ich habe geschworen, daß Du Fett speien, Fett schwitzen und Fettspuren zurücklassen solltest wie ein Talglicht, das in der Sonne schmilzt. Man sagt, daß der Schlagfluß beim siebenten Kinn kommt; Du hast ihrer jetzo fünf und ein halbes.“

Dann zu den Geusen gewendet: