„Du bist traurig, Mann?“ fragte Calleken.

„Nein,“ sprach er, „ich bin froh. Du wirst mich gewißlich nicht verlassen?“

„Nimmer,“ sagte sie.

„Du warst rein und treu, sagst Du; aber süßes Liebchen, geliebte Calleken, ich lebte nur, um Dich wiederzufinden, und siehe da, Dank diesem Mönch wird in all unsren Wonnen das Gift der Eifersucht sein ... Sobald ich traurig oder nur müde bin, werde ich Dich nackend sehen, wie Du Deinen schönen Leib dieser schimpflichen Geißelung unterwirfst. Der Lenz unsrer Liebe war mein, doch der Sommer gehörte ihm. Grau wird der Herbst sein und in Bälde wird der Winter kommen, meine treue Liebe zu begraben.“

„Du weinst?“ sagte sie.

„Ja,“ sprach er, „was vergangen ist, kehrt nicht wieder.“

„Wenn Calleken treu war, so sollte sie Dich Deiner häßlichen Worte halber allein lassen,“ sagte Nele darauf.

„Er weiß nicht, wie ich ihn liebte,“ sprach Calleken.

„Sagst Du die Wahrheit?“ rief Lamm aus. „Komm, Liebchen, komm, mein Weib. Kein grauer Herbst ist mehr da, und kein Winter, uns zu begraben.“

Und er schien fröhlich, und sie kamen zum Schiffe.