Darauf sprach der Pfarrer, vor Freuden schnaufend:

„Ulenspiegel, der Geuse ist tot; gelobet sei Gott! Bauer, spute Dich, eine Grube zu graben, nimm ihm die Kleider fort, ehe er begraben wird.“

„Nein,“ sagte Nele und stand auf. „Die soll man ihm nicht wegnehmen; es würde ihn in der Erde frieren.“

„Grabe das Grab,“ sagte der Pfarrer zu dem Bauern, der die Schaufel trug.

„Das ist mir recht,“ sprach Nele unter Tränen; „in dem kalkhaltigen Sande sind keine Würmer, und mein Geliebter wird unversehrt und schön bleiben.“

Und ganz betört beugte sie sich über Ulenspiegels Körper und küßte ihn unter Schluchzen und Tränen.

Bürgermeister, Schöffen und Bauer hatten Mitleid, aber der Pfarrer sagte in einem fort frohgemut: „Der große Geuse ist tot, Gott sei gelobt!“

Dann grub der Bauer das Grab, legte Ulenspiegel hinein und bedeckte ihn mit Sand.

Und der Pfarrer sprach über dem Grabe die Totengebete; alle knieten rund herum. Plötzlich geschah unter dem Sande eine große Bewegung, und Ulenspiegel kam hervor, nieste und schüttelte sich den Sand aus den Haaren. Dann packte er den Pfarrer an der Kehle und sprach:

„Inquisitor! Du legst mich lebendig ins Grab, dieweil ich schlafe! Wo ist Nele? Hast Du sie auch begraben? Wer bist Du?“