„Sein allzu junges Herz“, erwiderte Soetkin.
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Zu jener Zeit kurierte Katheline durch Heilkräuter einen Ochsen, drei Hämmel und ein Schwein, die Speelman gehörten; eine Kuh aber, die Jan Beloen hatte, konnte sie nicht heilen. Dieser klagte sie der Zauberei an. Er erklärte, daß sie das Tier behext hätte, in Ansehung dessen, daß sie es streichelte und zu ihm sprach, dieweil sie ihm die Heilkräuter gab, sonder Zweifel in einer teuflischen Sprache, denn eine rechtschaffene Christin soll nicht zu einem Tiere reden.
Besagter Jan Beloen fügte hinzu, daß er Speelmanns Nachbar sei, welchem sie den Ochsen, die Hämmel und das Schwein kuriert habe. Wenn sie seine Kuh umgebracht habe, so sei das sonder Zweifel auf Anstiften Speelmanns geschehen, welcher mit Neid sähe, daß seine, Beloens Äcker, besser bestellt wären und mehr Frucht trügen denn seine, Speelmanns Äcker. Auf das Zeugnis von Pieter Meulemeester, einem Manne von gutem Wandel und Sitten, sowie von Jan Beloen, welche bezeugten, daß Katheline in Damm als Hexe verrufen sei und sonder Zweifel die Kuh umgebracht habe, ward Katheline gefänglich eingezogen und verurteilt, gefoltert zu werden, bis sie ihre Verbrechen und Missetaten bekannt hätte.
Sie ward durch einen Schöffen verhört, der beständig wütend war, denn er trank den ganzen Tag Branntwein.
Vor ihm und den Männern der Vierschare ward Katheline auf die erste Folterbank gelegt. Der Henker zog sie ganz nackt aus, dann schor er ihr die Haare am ganzen Körper und sah überall nach, ob sie irgend einen Zauber verberge. Da er nichts gefunden hatte, band er sie mit Stricken auf die Folterbank fest.
Da sprach sie:
„Ich schäme mich, also nackt vor diesen Männern zu sein, heilige Frau Maria macht, daß ich sterbe.“