„Was gedenkst du zu tun?“ fragte ihn der Markgraf.

„In die Luft zu fliegen“, erwiderte Ulenspiegel.

„Wie wirst du das anstellen?“ fragte der Markgraf.

„Wißt ihr, was noch weniger wert ist als eine geplatzte Blase?“ fragte Ulenspiegel.

„Das weiß ich nicht“, sprach der Markgraf.

„Es ist ein verratenes Geheimnis.“

Indessen ritten die Herolde der Spiele auf ihren schönen Rossen, so mit karmoisinrotem Sammet aufgezäumt waren, durch alle großen Straßen, Plätze, Kreuzwege und bliesen die Trompete und schlugen die Trommel. Solchergestalt verkündeten sie den „Signorkes“ und „Signorkinnes“, daß Ulenspiegel, der Narr von Damm, am Ufer der Schelde in die Luft fliegen würde und daß König Philipp und seine hohe, erlauchte und ansehnliche Gesellschaft auf einer Estrade gegenwärtig sein würden.

Der Estrade gegenüber stand ein Haus in italienischer Bauart; längs des Daches lief eine Wasserrinne. Ein Bodenfenster öffnete sich nach der Dachrinne. An diesem Tage ritt Ulenspiegel auf einem Esel durch die Stadt, und ein Diener zu Fuß lief ihm zur Seite. Ulenspiegel hatte das schöne Kleid von karmoisinroter Seide angelegt, welches ihm der hochwohllöbliche Gemeinderat gegeben hatte. Seine Kopfbedeckung war eine karmoisinrote Kapuze, an der zwei Eselsohren mit einer Schelle an jedem Ende zu sehen waren. Er trug eine Halskette von kupfernen Medaillen, darauf in getriebener Arbeit das Wappen von Antwerpen zu sehen war. An den Ärmeln des Wamses klingelte eine vergüldete Schelle an den Spitzen der Ellenbogen. Er trug Schuhe mit vergüldeten Stelzen und oben an den Stelzen eine Schelle. Sein Esel hatte eine Schabracke von karmoisinroter Seide, und auf jedem Schenkel das Wappen von Antwerpen in echtem Golde gestickt.

Der Knecht schwenkte in einer Hand einen Eselskopf und in der andern einen Zweig, an dessen Spitze eine Kuhglocke klingelte.

Ulenspiegel ließ seinen Knecht und sein Reittier auf der Straße und stieg in die Dachrinne. Allda schüttelte er seine Schellen und öffnete die Arme ganz weit, als ob er fliegen wollte. Dann, sich vor König Philipp verneigend, sprach er: