Sie kamen zu ihr und sahen sie auf einer Bank in der Sonne sitzen, an die Wand ihres Hauses gelehnt. Ulenspiegel sagte zu ihr:

„Erkennst du mich?“

„Viermal drei,“ sagte sie, „das ist die heilige Zahl, und der dreizehnte, das ist Therab. Wer bist Du, Kind dieser schlechten Welt?“

„Ich bin Ulenspiegel, der Sohn von Soetkin und Klas“, sprach er.

Sie erhob den Kopf und erkannte ihn; dann winkte sie ihm mit dem Finger und beugte sich zu seinem Ohre:

„So Du ihn siehst, dessen Küsse wie Schnee sind, sag ihm, daß er wiederkomme, Ulenspiegel.“

Dann zeigte sie auf ihre verbrannten Haare:

„Ich habe Schmerzen,“ sprach sie, „sie haben mir meinen Verstand genommen; aber wenn er kommen wird, so wird er mir den Kopf wieder füllen, der jetzo ganz leer ist. Hörst Du? Er tönt wie eine Glocke. Das ist meine Seele, die an die Tür pocht, um fortzugehen, weil es brennt. Wenn Hanske kommt und mir den Kopf nicht ausfüllen will, so werde ich ihm sagen, daß er mit einem Messer ein Loch hineinmache. Die Seele, die darinnen ist und immer pocht, um fortzugehen, die zerreißt mir grausam das Herz und ich werde sterben, ja. Und ich schlafe nie mehr und erwarte ihn immer, und er muß mir den Kopf ausfüllen, ja.“

Und sie sank in sich zusammen und ächzte.

Und die Bauern, die von den Feldern heimkehrten, um ihr Mittagmahl zu halten, dieweil sie die Glocke dazu rief, die gingen an Katheline vorüber und sagten: