„Ich werde hingehen, Baas.“
Er lief zum Galgenfeld und fand dort eine verdorrte Diebeshand, die trug er zum Kwaebakker und sprach:
„Hier ist eine glorreiche Hand, welche alle unsichtbar macht, die sie tragen. Willst Du nunmehr Deine schlechte Gemütsart verbergen?“
„Das will ich dem Bürgermeister klagen,“ erwiderte der Kwaebakker, „und Du sollst sehen, daß Du meines Herren Gericht bestohlen hast.“
Da sie nun zu zweit vor den Bürgermeister traten und der Bäcker den Rosenkranz von Ulenspiegels Missetaten herbeten wollte, sah er, daß dieser die Augen weit aufriß. Darob ward er so zornig, daß er vergaß, was er klagen wollte, und zu ihm sprach:
„Was willst Du?“
Ulenspiegel erwiderte:
„Du hast mir gesagt, Du wolltest mich solcherart anklagen, daß ich sehen sollte. Ich suche zu sehen, und deshalb schaue ich so.“
„Geh mir aus den Augen“, schrie der Bäcker.
„Säß’ ich Euch in den Augen,“ erwiderte Ulenspiegel, „so müßt’ ich Euch aus den Nasenlöchern kriechen, wenn Ihr die Augen zutätet.“