«Ja, das würd's – seht!» erwiderte Tom noch erzürnter, «und ich möchte doch wissen, wer mir's nachtäte, Fagin?»

«Das fällt ein keiner Seele», antwortete Fagin. «Ich weiß keinen außer dir, der's würde tun.»

«Ich hätte ganz davonkommen können, hätt' ich mosern wollen – he, Fagin?» fuhr der halb blödsinnige Bursche, immer zorniger werdend, fort. «Ich hätte nur ein einziges Wort zu sagen brauchen, nicht wahr, Fagin? Ich schwatzte aber nicht – und was ist denn nun dabei zu lachen?»

Fagin eilte, ihm zu versichern, daß niemand lache, nicht einmal Charley Bates, der jedoch, als er den Mund öffnete, um auch seinerseits zu erklären, daß alle ohne Ausnahme äußerst ernsthaft gestimmt wären, in ein unbezähmbares Gelächter ausbrach. Tom Chitling sprang wütend auf, um dem Frechen einen Schlag zu versetzen, allein Charley bückte sich gewandt, und der Schlag traf den munteren alten Herrn dermaßen vor die Brust, daß derselbe gegen die Wand taumelte, und daß ihm der Atem verging.

«Still! ich hab' den Bimbam g'hört», rief der Baldowerer in diesem Augenblick, nahm das Licht vom Tische, schlich leise die Treppe hinauf, kehrte nach einer halben Minute zurück und flüsterte Fagin etwas in das Ohr.

«Wie?» rief der Jude. «Allein?»

Der Baldowerer nickte und gab Charley Bates einen freundschaftlichen Wink, er täte besser daran, seine Heiterkeit etwas zu zügeln. Dann blickte er wieder den Juden an und erwartete dessen Anweisungen.

Der alte Mann biß sich auf seine gelben Finger und sann einige Augenblicke nach. Sein Gesicht arbeitete währenddessen heftig, als sei er erschrocken und fürchte, das Schlimmste zu erfahren. Endlich erhob er den Kopf und fragte: «Wo ist er?»

Der Baldowerer deutete nach oben und machte Miene, das Zimmer zu verlassen.

«Ja,» sagte der Jude als Antwort auf diese stumme Frage, «bring ihn herunter. Pst, still, Charley und Tom, still, still!»