«Du bist grausam langweilig, Tommy», sagte der Baldowerer nach einer Pause von mehreren Minuten. «Woran sollte er wohl denken, Fagin?»
«Wie kann ich's wissen?» antwortete der Jude. «Vielleicht an seinen Verlust oder seinen angenehmen Aufenthalt auf dem Lande, woher er gekommen ist erst soeben. Ha, ha, ha! Ist's das?»
«Falsch geraten», fuhr der Baldowerer fort. «Was meinst du, Charley?»
«Nun, ich meine,» erwiderte Master Bates grinsend, «daß er zuckersüß gegen Betsy war. Schau, wie rot er wird! 's ist zum Totlachen – Tommy verliebt! O Fagin, Fagin, welch ein Hauptspaß!»
«Laß ihn zufrieden», sagte der Jude, Dawkins einen Wink gebend und Bates einen mißbilligenden Stoß mit dem Blasebalg versetzend. «Betsy ist 'ne schmucke Dirne. Mach dich immerhin an sie, Tom; mach dich immerhin an sie 'ran!»
«Fagin,» nahm Chitling zornig das Wort, «das geht hier niemand was an.»
«O nein», erwiderte der Jude. «Laß Charley doch schwatzen und lachen; er läßt's einmal nicht. Betsy ist 'ne artige Dirne. Tu, was sie dir sagt, Tom, und du wirst machen dein Glück.»
«Ich tue, was sie mir sagt,» fuhr Tom fort, «und wäre nicht in die Tretmühle gesteckt worden, hätt' ich ihren Rat nicht befolgt. Ihr habt aber am Ende 'nen guten Rebbes dabei gemacht – nicht wahr, Fagin? Und was wollen sechs Wochen sagen? Es kommt doch einmal, früher oder später, und im Winter ist's just am besten, wenn einem nicht daran gelegen ist, so oft auszugehen – he, Fagin?»
«Sehr richtig, mein Lieber», versetzte der Jude.
«Es wird dir gewiß gleich viel ausmachen, Tom, noch einmal in die Mühle zu kommen,» fiel der Baldowerer, Fagin und Bates zublinzelnd, ein, «wenn nur alles mit Betsy in Richtigkeit wäre.»