«Was, ums Himmels willen, was war es?»

Frau Corney beugte sich in höchster Spannung über die Sterbende, die noch ein paar unverständliche Worte murmelte und leblos auf das Kissen zurücksank. –

«Mausetot!» bemerkte eine der Wärterinnen, als Frau Corney die Tür wieder geöffnet hatte.

«Und hatte gar nichts zu erzählen», sagte Frau Corney und entfernte sich, als wenn nur etwas ganz Gewöhnliches vorgegangen wäre.

25. Kapitel.

Worin die Erzählung wieder zu Fagin und Konsorten zurückkehrt.

Während sich die erzählten Ereignisse im Armenhause zutrugen, kauerte Fagin brütend an einem matten, rauchigen Feuer in seiner alten Höhle – derselben, aus welcher Oliver von Nancy entfernt worden war. Er hielt einen Blasebalg auf seinen Knien, mit dem er sich augenscheinlich bemühte, das Feuer zu hellerer Flamme anzufachen. Aber er war in tiefe Gedanken versunken und blickte unverwandt, die Ellbogen auf den Blasebalg gestützt und das Kinn auf seinen Daumen ruhen lassend, auf das rostige Gitter.

An einem Tische hinter ihm saßen der gepfefferte Baldowerer, Charley Bates und Tom Chitling bei einer Partie Whist. Der Baldowerer spielte mit dem Strohmanne und gewann fortwährend, die Karten mochten fallen, wie sie wollten. Chitling zahlte, sprach seine Verwunderung über Dawkins' stets glückliches Spiel aus und erklärte, daß nicht gegen ihn «anzukommen» sei. Charley Bates lachte ausgelassen, und Fagin blickte auf und bemerkte, Tom müsse sehr früh aufstehen, um gegen den Baldowerer zu gewinnen.

«Ja, du mußt früh aufstehen, wenn du das willst, Tom,» fiel Charley ein, «und obendrein die Stiefel über Nacht anbehalten und 'ne doppelte Brille aufsetzen.»

Dawkins hörte die ihm gezollten Lobsprüche mit philosophischem Gleichmute an, und zeichnete sinnig den Grundriß vom Newgategefängnis mit Kreide auf den Tisch.