Fagin nickte, wies nach Saffron-Hill und fragte, ob dort zu Abend jemand wäre.

«In den Krüppeln?» fragte der kleine Handelsmann.

Der Jude bejahte.

«Wartet mal», fuhr der Handelsmann nachsinnend fort. «Ja, es ist ein halbes Dutzend hineingegangen, soviel ich gesehen habe. Ich glaube aber nicht, daß Euer Freund dort ist.»

«Ist Sikes nicht da?» fragte Fagin mit der Miene getäuschter Erwartung.

«Nein», erwiderte der Kleine, mit einem unsagbar schlauen Ausdruck den Kopf schüttelnd. «Habt Ihr nichts zu handeln heute?»

«Heute nicht», erwiderte der Jude im Fortgehen.

«Geht Ihr in die Krüppel, Fagin?» rief ihm der kleine Handelsmann nach. «Ich will mitgehen und 'nen Tropfen mit Euch trinken.»

Fagin winkte ihm mit der Hand, ihm bedeutend, daß er allein zu bleiben wünsche, und die Krüppel wurden somit für dieses Mal der Ehre des Besuchs Mr. Livelys beraubt, zumal der kleine Mann nicht leicht von seinem Geschäft abkommen konnte. Während er sich erhoben hatte, war der Jude verschwunden, und nachdem Mr. Lively sich vergebens auf die Zehen gestellt hatte, um ihn nochmals zu Gesicht zu bekommen, mußte er sich notgedrungen wieder auf seinen Stuhl setzen und nahm nach einem bedenklichen und mißtrauischen Kopfschütteln seine Pfeife wieder zur Hand.

Die Krüppel waren das Gasthaus, in welchem Sikes und sein Hund bereits figuriert haben. Fagin gab einem Manne am Schenktische nur ein stummes Zeichen und ging geradeswegs die Treppe hinauf, öffnete eine Tür, trat sacht hinein und blickte ängstlich suchend und die Augen mit der Hand beschattend, umher.