«Mag wohl sein, Ma'am», entgegnete Blathers; «sie konnte aber auch Hand im Spiele gehabt haben.»

«Und eben weil kein Verdacht sie traf,» fiel Duff ein, «mußte um so mehr danach geforscht werden.»

«Wir haben gefunden, daß der Einbruch Londoner Werk ist», fuhr Blathers fort; «die Kerle haben meisterhaft gearbeitet.»

«In Wahrheit sehr wackere Arbeit», bemerkte Duff leise.

«Der Einbrecher sind zwei gewesen,» berichtete Blathers weiter, «und sie haben einen Knaben bei sich gehabt, was aus der Größe des Fensters klar ist. Mehr läßt sich für jetzt nicht sagen. Zeigen Sie uns doch den Burschen, den Sie im Hause haben.»

«Die Herren nehmen aber wohl erst ein wenig zu trinken an, Mrs. Maylie», sagte der Doktor mit erheiterten Mienen, als wenn ihm ein neuer Gedanke aufgegangen wäre.

«Gewiß», fiel Rose eifrig ein. «Es steht Ihnen sogleich alles zu Diensten, wenn Sie befehlen.»

«Besten Dank, Miß», sagte Blathers, mit dem Rockärmel über den Mund fahrend. «So ein Verhör ist trockene Arbeit. Was Sie eben zur Hand haben, Miß; machen Sie sich unsertwegen keine Ungelegenheiten.»

«Was belieben Sie?» fragte der Doktor, der jungen Dame nach dem Eckschrank folgend.

«Wenn's Ihnen gleichviel ist, 'nen Tropfen Branntwein, Sir», erwiderte Blathers. «Wir hatten 'ne kalte Fahrt von London her, und der Branntwein läuft einem so warm übers Herz.»