«Ich habe,» erwiderte Maylie, «seit ich hier verweile, durchaus keine Mitteilung von meinen Gönnern und Freunden, zu denen Sie ohne Zweifel meinen Onkel zählen, erhalten, auch ist es nicht wahrscheinlich, daß sich eben jetzt etwas ereignet, wodurch ich zu ihnen zu eilen mich gedrungen fühlen könnte.»
«Sie sind ein schnurriger Kauz», fuhr der Doktor fort. «Indes werden besagte Gönner Sie bei der Wahl vor Weihnachten natürlich ins Parlament befördern, und Ihre plötzlichen Beschluß- und Willensänderungen sind keine schlechte Vorbereitung auf das öffentliche Leben. Ein gutes Trainieren ist allezeit wünschenswert, mag das Rennen Staatsstellen, Ehrenbechern oder Rennpreisen gelten.»
Harry Maylie machte eine Miene, als wenn er den Doktor leicht genug aus dem Felde schlagen könnte, begnügte sich indes zu sagen: «Wir werden sehen», und ließ den Gegenstand fallen. Kurz darauf fuhr die Postkutsche vor, Giles holte das Gepäck, und Losberne war eifrig beschäftigt, die letzten Reisevorkehrungen zu beaufsichtigen.
«Ein Wort, Oliver», sagte Harry Maylie leise.
Oliver trat zu ihm in die Fenstervertiefung, in welcher er stand, sehr verwundert über die stille Traurigkeit und Unruhe, die er zugleich an ihm bemerkte.
«Du kannst jetzt recht gut schreiben», sagte Maylie, die Hand auf den Arm des Knaben legend.
«Ziemlich», erwiderte Oliver.
«Ich komme vielleicht vorerst nicht wieder nach Hause und wünsche, daß du mir schreibst, etwa einen Montag um den andern. Willst du?» fuhr Harry fort.
«Mit Freuden, Sir!» rief Oliver äußerst erfreut über den Auftrag aus.
«Ich wünsche von dir zu hören, wie – es meiner Mutter und Miß Maylie ergeht; melde mir, was für Spaziergänge ihr macht, wovon ihr plaudert, und ob sie sich wohl befinden und recht heiter sind. Du verstehst?»