«Zwei Meilen oder zwanzig ist auch einerlei; steh auf und mach fort, oder du bekommst Fußtritte», warnte Noah mit vor Zorn noch mehr als gewöhnlich geröteter Nase, und Charlotte stand auf und schritt wieder neben ihm her.
«Wo denkst du für diese Nacht einzukehren, Noah?» fragte sie nach einiger Zeit.
«Was weiß ich's?» antwortete Mr. Claypole, den das lange Gehen verdrießlich gemacht hatte.
«Doch in der Nähe?»
«Nein, nicht in der Nähe.»
«Warum denn nicht?»
«Wenn ich dir sage, daß ich das will oder nicht will, so ist's genug, ohne daß du zu fragen brauchst, warum oder weshalb», entgegnete Noah mit Würde.
«Ich frage ja nur – brauchst ja nicht so böse darüber zu werden.»
«Das wär' mir wohl ein recht kluger Streich, im ersten besten Wirtshause vor der Stadt einzukehren, daß Sowerberry, wenn er uns etwa nachsetzte, seine alte Nase hereinsteckte und uns gleich wieder fest hätte und mit Handschellen zurückbrächte! Nein, ich werde in die engsten Straßen einlenken, die ich finden kann, und nicht eher haltmachen, als bis wir das entlegenste Gasthaus gefunden haben. Du kannst deinem Schöpfer danken, daß ich Pfiffigkeit für dich mit habe; denn wenn wir nicht auf meinen Rat erst den entgegengesetzten Weg eingeschlagen hätten, so wärst du schon vor acht Tagen eingesperrt, und dir wäre recht geschehen als 'ner dummen Gans.»
«Ich weiß es, daß ich nicht so klug bin wie du; aber wirf nur nicht alle Schuld auf mich allein. Wär' ich eingesperrt, würdest du es doch auch sein.»