«Mein Freund braucht jemand, der was Rechtes leisten könnte im Spionierfache – was sagen Sie dazu?» entgegnete der Jude.

«Gefällt mir nicht ganz übel, und bisweilen möcht' ich wohl darin arbeiten», sagte Noah zögernd; «aber es wirft nur für sich selber nichts ab, wissen Sie.»

«Freilich», pflichtete Fagin ihm bei. «Was sagen Sie zu den alten Damen? Ihnen nehmen die Strickbeutel und Pakete und dann laufen um die Ecke – damit wird gemacht viel Geld.»

«Schreien diese aber nicht fürchterlich, oder kratzen auch bisweilen?» wandte Noah kopfschüttelnd ein. «Ich habe keine Lust dazu. Ist kein anderes Fach offen?»

«Halt, ja!» sagte der Jude, die Hand auf Noahs Knie legend. «Das Schratzchenbehandeln!»

«Was ist denn das?»

«Die Schratzchen sind die kleinen Kinder, die mit Sixpencen und Schillingen ausgeschickt werden von ihren Müttern, um einzuholen allerhand; und das Behandeln ist wegnehmen ihnen das Geld, das sie immer haben in den Händen, und sie dann stoßen in die Straßenrinne und ganz langsam davongehen, als wenn geschehen wäre nichts, als daß ein Kind wäre gefallen und hätte sich Schaden getan ein wenig. Ha, ha, ha!»

«Ha, ha, ha!» stimmte Mr. Claypole ein und warf außer sich vor Vergnügen die Füße hoch in die Luft. «Beim Deuker, ja, das ist das Rechte!»

«Gewiß, gewiß», sagte Fagin; «Sie können haben prachtvolle Bezirke in Camden-Town und Battle-Bridge und solchen Gegenden mehr, wo immer ausgeschickt werden viele und zu jeder Tagesstunde niederwerfen so manche Schrätzchen, wie Sie wollen nur.»

«Ich bin alles wohl zufrieden», sagte Noah, als er sich von seiner Ekstase wieder erholt hatte und Charlotte zurückgekehrt war. «Welche Zeit bestimmen wir auf morgen?»