«Ihre hochmütigen, frommen Damen würden mich, wenn sie mich in dieser Nacht sähen, wie ich bin, verächtlich anblicken und mir vom ewigen Höllenfeuer und der Rache des Himmels predigen», rief das Mädchen aus. «Oh, meine teure junge Dame, warum sind die nicht, die Gottes Auserwählte sein wollen, so mild und gütig gegen uns arme Unglückliche wie Sie! Ach, Sie besitzen alles, was jene verloren haben, Jugend und Schönheit, und könnten gar wohl ein wenig stolz sein, statt so viel bescheidener.»
«Ah!» fiel der Herr ein; «ein Türke kehrt sein Antlitz, nachdem er es reinlich abgewaschen, nach Osten, indem er seine Gebete spricht. Jene guten Leute reiben an der rauhen Welt die Freundlichkeit von ihren Gesichtern ab und wenden sie dann nach der finsteren Seite des Himmels. Hab' ich zwischen dem Muselman und Pharisäer zu wählen, so lobe ich mir den ersteren.»
Er sprach die Worte zu der jungen Dame, doch vielleicht beabsichtigend, Nancy Zeit zu verschaffen, sich wieder zu sammeln. Bald darauf redete er das Mädchen an.
«Sie waren am vorigen Sonntagabend nicht hier.»
«Ich konnte nicht kommen – wurde gewaltsam zurückgehalten.»
«Von wem?»
«Von Bill – dem Manne, von dem ich der jungen Dame erzählt habe.»
«Ich will doch hoffen, daß niemand Verdacht wegen der Sache auf Sie geworfen hat, die uns jetzt zusammengeführt?» fragte der alte Herr besorgt.
«Nein», antwortete Nancy kopfschüttelnd. «Es ist aber nicht eben leicht für mich, ihn zu verlassen, ohne daß er weiß, warum, und ich würde auch zu der Dame nicht haben gehen können, hätt' ich ihm nicht, um mich von ihm entfernen zu können, einen Schlaftrunk gegeben.»
«War er denn vor Ihrer Rückkehr erwacht?»