«Was kann das Ende des Lebens der Ärmsten sein?» rief Rose aus.

«Schauen Sie hinunter in das finstere Wasser!» sagte das Mädchen. «Wie oft lesen Sie von meinesgleichen, die sich in die Fluten hinunterstürzen und kein lebendes Wesen, sie zu beweinen oder nur nach ihnen zu fragen, zurücklassen. Es können Jahre darüber hingehen oder vielleicht nur Monate, doch nicht besser wird zuletzt mein Ende sein.»

«O bitte, reden Sie nicht so», sagte Rose schluchzend.

«Sie werden nie davon hören, beste junge Dame, und Gott verhüte, daß solcher Graus – Gute Nacht, gute Nacht!»

Der Herr wandte sich ab.

«Nehmen Sie um meinetwillen diese Börse,» sagte Rose, «damit es Ihnen in der Stunde der Not nicht an einer Hilfsquelle mangle.»

«Nein, nein», entgegnete das Mädchen. «Ich habe, was ich tat, nicht für Geld getan. Lassen Sie mir dieses Bewußtsein. Doch – geben Sie mir ein Andenken – etwas, das Sie getragen haben – nein, nein, keinen Ring – Ihre Handschuhe oder Ihr Taschentuch – so, des Himmels Segen über Sie – gute Nacht, gute Nacht!»

Ihre heftige Erregtheit und die Besorgnis einer Entdeckung, welche gefährlich für sie werden könnte, bewog den Herrn, sich ihrem Verlangen gemäß mit Rose zu entfernen. Auf der obersten Stufe angelangt, standen beide still.

«Horch!» flüsterte Rose. «Rief sie nicht? Ich glaube, daß ich ihre Stimme hörte!»

«Nein, mein liebes Fräulein», erwiderte Brownlow, traurig zurückblickend. «Sie hat sich nicht einmal leise geregt und wird es auch nicht eher, als bis wir fort sind.»