«Was gibt's?» fuhr er auf. «Zu allen Teufeln, was siehst du mich so an?»
Der Jude hob die rechte Hand empor und schüttelte den bebenden Zeigefinger; allein seine Bewegung war so heftig, daß er kein Wort hervorzubringen imstande war.
«Gott verdamm' mich!» rief Sikes, in seine Brusttasche greifend, aus. «Er ist verrückt geworden. Ich muß auf meiner Hut gegen ihn sein.»
«Nein, o nein», brachte Fagin endlich hervor. «Ihr – Ihr seid's nicht, Bill. Gegen Euch hab' ich nichts – gar nichts, Bill.»
«Hm, 's ist auch ein Glück für einen von uns – gleichviel für wen», sagte Sikes, ein Pistol absichtlich hervorziehend und in eine andere Tasche steckend.
«Ich hab' Euch zu sagen was, Bill,» fuhr der Jude näher rückend fort, «was Euch noch mehr wird erzürnen als mich.»
«So?!» entgegnete Sikes mit einer ungläubigen Miene. «Wenn's aber wahr ist, so tu's Maul auf und mach' g'schwind, oder Nancy wird glauben, daß ich verloren wär'.»
«Das hat sie schon ausgemacht bei sich selbst bestimmt genug!»
Sikes blickte ihn ungewiß an, streckte die mächtige Faust nach ihm aus, schüttelte ihn und forderte ihn barsch und polternd auf, sich deutlicher zu erklären.
«Denkt Euch,» sagte der Jude mit vor Wut fast erstickter Stimme, «der Bursch da schliche nachts hinaus auf die Straßen, knüpfte an Einverständnisse mit unsern schlimmsten Feinden, gäbe ihnen Beschreibungen von uns und unsern verborgensten Schlupfwinkeln, verriete unsere geheimsten Pläne und Taten, setzte auch hinzu noch viel Lügen – was dann, was dann?»