«Ah!» rief erblassend der Jude aus. «Sie – sind mein Eigentum, Oliver; mein kleines Eigentum – alles, was ich besitze für meine alten Tage. Man schilt mich einen Geizhals – aber ich muß doch leben.»

Oliver dachte, der alte Herr müsse wirklich ein Geizhals sein, denn er würde sonst nicht, obgleich im Besitz solcher Schätze, so erbärmlich wohnen. Indes meinte er, seine Liebe zu Jack und den anderen Knaben möchte ihm wohl viel Geld kosten. Er fragte schüchtern, ob er aufstehen dürfe. Der Jude hieß ihn Wasser zum Waschen aus dem dastehenden Steinkruge holen, und als Oliver es geschöpft hatte und sich umdrehte, war die Schachtel verschwunden.

Er hatte sich kaum gewaschen, als der Baldowerer nebst einem der Knaben eintrat, die Oliver am vorigen Abend hatte rauchen sehen. Jack stellte ihm seinen Begleiter, Charley Bates, förmlich vor, und alle vier setzten sich zum Frühstück, das Jack in seinem Hute mitgebracht hatte.

«Ich hoffe, daß ihr heute morgen gearbeitet habt!» sagte der Jude zu Jack, nach Oliver blinzelnd.

«Tüchtig!» lautete die Antwort.

«Wie Drescher!» setzte Charley Bates hinzu.

«Ah, ihr seid gute Jungen! Was hast du mitgebracht, Baldowerer?»

«Ein paar Brieftaschen!» erwiderte Jack und reichte ihm eine rote und eine grüne hin.

Der Jude öffnete beide und durchsuchte sie mit bebender Begier. «Nicht so schwer, als sie sein könnten», bemerkte er; «aber doch artige Arbeit, recht artige Arbeit – nicht wahr, Oliver?»

«Ja, wahrlich, Sir!» antwortete Oliver, worüber Charley Bates, zur großen Verwunderung Olivers, laut zu lachen anfing.