«Hat er nichts ausgeschwatzt und ist ein Haftbefehl gegen ihn ausgestellt worden, so ist nichts zu befürchten, bis er wieder loskommt; dann aber müssen wir seiner so bald wie möglich wieder habhaft zu werden suchen.»
Der Jude nickte abermals. Der Rat war offenbar gut, nur war die Ausführung schwierig, da alle vier Gentlemen einen unüberwindlichen Widerwillen dagegen hegten, einem Polizeiamte nahezukommen. Sie blickten einander verlegen an, als die beiden jungen Damen eintraten, deren Bekanntschaft Oliver vor einigen Tagen gemacht hatte. Der Fall wurde ihnen vorgetragen, und Fagin sprach seine Zuversicht aus, daß Betsy den Auftrag übernehmen werde. Die junge Dame war zu wohlerzogen und zu feinfühlend, um einem Mitgliede der Gesellschaft geradezu oder vielleicht gar mit Schärfe zu widersprechen oder eine Bitte abzuschlagen. Sie sagte daher keineswegs entschieden nein, sondern begnügte sich mit der Versicherung, daß sie sich hängen lassen wollte, wenn sie's täte.
Der Jude wendete sich an ihre Freundin: «Liebe Nancy, was sagst du?»
«Daß ich mich schönstens hüten werde; also gebt Euch nur weiter keine Mühe, Fagin.»
«Wie soll ich das nehmen?» fiel Sikes grollend ein.
«Just wie ich's gesagt habe, Bill», entgegnete die Dame sehr ruhig.
«Du bist aber eben die rechte Person dazu; es kennt dich hier herum niemand.»
«Und es tut auch gar nicht not, daß mich jemand kennen lernt, was ganz gegen meinen Wunsch wäre.»
«Sie geht, Fagin», sagte Sikes.
«Nein, sie läßt's wohl bleiben», eiferte Nancy.