«Warum denn?» fragte Fagin mit einem gezwungenen Lächeln.
«Weil die Regierung, die das Leben solcher Halunken schützt, wie du einer bist, und die nicht halb so viel Mut haben wie die schlechtesten Hunde, jedermann erlaubt, seinen Hund abzuschlachten, wenn's ihm beliebt – darum!» erwiderte Sikes, sein Messer mit einem sehr bedeutungsvollen Blicke wieder einsteckend.
Der Jude rieb sich die Hände, setzte sich an den Tisch und zwang sich, über die Spaßhaftigkeit seines Freundes zu lachen, jedoch war ihm offenbar dabei nicht besonders wohl zumute.
«Grinse nur, ja grinse nur», sagte Sikes, ihn mit verächtlichem Trotze anblickend; «über mich sollst du doch nicht lachen, es müßte denn unter der Nachtmütze sein am Galgen. Ich habe die Hand oben, Fagin, und will verdammt sein, wenn ich dir den Daumen nicht auf'm Auge halte. Baumele ich, baumelst du auch; also hüte dich vor mir und trag' hübsch Sorge für mich.»
«Schon gut, mein Lieber», fiel der Jude ein; «ich weiß das alles; Gewinn und Gefahr ist gemeinschaftlich bei uns.»
«Hm!» murrte Sikes, als wenn er dächte, der Gewinn möchte wohl zumeist auf des Juden Seite sein. «Was hast du mir denn aber zu sagen?»
«'s ist alles in den Schmelztiegel gewandert und glücklich wieder heraus – da ist Euer Anteil. Ihr erhaltet eigentlich mehr, als Ihr solltet, mein Lieber; doch da ich weiß, daß Ihr mir schon mal wieder sein werdet gefällig, und –»
«Haltet ein mit dem Schwätzen», unterbrach ihn Sikes ungeduldig. «Wo ist's? Her damit!»
«Ja, ja doch, Bill; gönnt mir nur Zeit. Da ist's», versetzte Fagin, zog ein altes, baumwollenes Taschentuch hervor, knöpfte einen Knoten auf und reichte Sikes ein Päckchen, der es öffnete und die Goldstücke hastig zu zählen anfing.
«Ist das alles?» fragte Sikes.