«Ja, alles.»

«Hast du auch das Päckchen nicht aufgemacht auf dem Wege und ein paar Stück verschluckt? Stell dich nur nicht beleidigt – hast's ja schon oft getan. Greif an den Bimbam.»

Fagin klingelte, und es erschien ein anderer Jude, der jünger war, aber nicht weniger abstoßend und spitzbübisch aussah. Sikes wies stumm nach dem leeren Kruge hin. Jener verstand den Wink und ging wieder hinaus, jedoch nicht, ohne Fagin vorher einen Blick zugeworfen zu haben, den dieser durch ein kaum bemerkbares Kopfschütteln beantwortete. Sikes hatte sich zufällig gebückt; hätte er den Blick des einen und das Kopfschütteln des anderen Juden gewahrt, so möchte er der Meinung gewesen sein, daß ihm diese Pantomimen nichts Gutes bedeuteten.

«Ist niemand hier, Barney?» fragte Fagin den wieder eintretenden Juden.

«Bloß Miß Nancy.»

«Schick sie herein!» sagte Sikes.

Barney blickte Fagin fragend an, ging und kehrte gleich darauf mit Nancy zurück.

«Du bist auf der Spur, Nancy, nicht wahr, mein Engel?» fragte Bill und reichte ihr ein gefülltes Glas.

«Ja, Bill», erwiderte die junge Dame, nachdem sie das Glas geleert hatte; «hab' aber Mühe genug gehabt. Er ist krank gewesen und –»

Nancy bemerkte ein Augenzwinkern Fagins, das eine Warnung vor übergroßer Mitteilsamkeit zu bedeuten schien. Sie brach ab und fing an von anderen Gegenständen zu reden. Nach zehn Minuten bekam Fagin einen Husten, worauf Nancy erklärte, daß es Zeit sei, zu gehen. Sikes sagte, daß er sie eine Strecke begleiten wolle, da er denselben Weg habe. Sie entfernten sich daher miteinander. Der Hund folgte in einiger Entfernung. Fagin sah Sikes durch das Fenster nach, schüttelte die geballte Faust hinter ihm, murmelte eine grimmige Verwünschung, setzte sich mit einem schauerlichen Grinsen wieder an den Tisch und war bald darauf in die Lektüre des Londoner Polizeiblattes vertieft.