«So bringt Eur'n Leichnam 'rein», sagte Sikes. «Lieg' still, dumme Bestie! Kennst den Teufel nicht, wenn er'n Überrock anhat?»

Der Hund schien in der Tat durch Fagins Verhüllung getäuscht zu sein; denn sobald der Jude den Oberrock aufknöpfte, legte er sich, mit dem Schweife wedelnd, wieder nieder.

«Nun?» sagte Sikes.

«Ja – nun», erwiderte der Jude. «Ah, Nancy.»

Er schien etwas verlegen und zweifelhaft zu sein, wie er von Miß Nancy empfangen werden würde, denn er hatte seine junge Freundin seit dem Abend noch nicht wiedergesehen, an welchem sie so leidenschaftlich für Oliver aufgetreten war. Das Benehmen der jungen Dame machte jedoch bald aller Ungewißheit ein Ende. Sie schob ihren Stuhl zur Seite und forderte Fagin auf, ohne Groll oder noch viel Worte sich mit an den Kamin zu setzen, denn es wäre ein kalter Abend.

«Ja, 's ist bitter kalt, liebe Nancy», sagte Fagin und begann seine knöchernen Hände über dem Feuer zu wärmen. «'s ist, als wenn der Wind einem wehte durch und durch bis ins Innerste.»

«Das muß wirklich scharf sein, was bis an dein Herz dringt», bemerkte Sikes. «Gib ihm 'nen Tropfen zu trinken, Nancy. Alle Donnerwetter, mach geschwind! Man wird ganz übel davon, das alte Gerippe so schaudern zu sehn wie'n häßliches Gespenst, das eben aus'm Grabe gestiegen ist.»

Nancy holte schnell eine Flasche aus dem Schranke; Sikes schenkte ein Glas Branntwein ein und hieß den Juden es austrinken; Fagin berührte es jedoch nur mit den Lippen und setzte es wieder auf den Tisch.

«Ausgetrunken, Spitzbube!» rief Sikes.

«Habe schon genug, danke, Bill!»