«Wie – was? Fürchtest dich, daß wir dir ä Streich spielen?» fragte Sikes, seine Augen scharf auf den Juden richtend.
Mit einem heiseren, verächtlichen Brummen ergriff Mr. Sikes das Glas und goß den Inhalt in die Asche; dann füllte er es von neuem und stürzte es hinunter.
Fagin blickte im Zimmer umher, nicht aus Neugierde, denn es war ihm wohlbekannt, sondern unruhig, verstohlen, argwöhnisch, wie es ihm zur Gewohnheit geworden war. Das Gemach war sehr schlecht möbliert. Nur der Inhalt des Schrankes schien anzudeuten, daß es von einem gewöhnlichen Arbeiter bewohnt würde; auch sah man nichts Verdächtiges, mit Ausnahme einiger schwerer Knüttel, die in einem Winkel standen, und eines «Lebensretters», der über dem Kaminsimse hing.
«Was hast du zu sagen, verdammter Jude?» fragte Sikes. «Weshalb bist du hergeschlichen?»
«Wegen des Bayes[T] in Chertsey, Bill», erwiderte der Jude, dicht zu ihm rückend und flüsternd.
«Nun – und was weiter?»
«Ah – Ihr wißt ja recht gut, was ich meine, Bill. Nicht wahr, Nancy, er weiß es recht gut?»
«Nein, er weiß es nicht», fiel Sikes höhnisch ein, «oder will es nicht wissen, was dasselbe ist. Sprich rein 'raus, nenn' die Dinge beim rechten Namen und stell' dich nicht an, als wenn du nicht der erste gewesen wärst, der an den Einbruch gedacht hat.»
«Pst, Bill, pst!» sagte Fagin, der sich vergebens bemüht hatte, Sikes zum Stillschweigen zu bringen; «es wird uns jemand hören, mein Lieber, es wird uns jemand hören!»
«Laß hören, wer will!» tobte Sikes; «'s ist mir alles gleich.»