«Es kann dir gleichviel sein, was es ist», erwiderte Sikes. «Ich brauche 'nen Buben, und er darf nicht groß sein. Wenn mir nur nicht der von Ned, dem Schornsteinfeger, durch die Lappen 'gangen wäre! Er hielt ihn mit Absicht klein und schmächtig und lieh ihn aus für'n Billiges. Aber so geht's, der Vater wird gerumpelt[V], und wie der Blitz ist der Verein für verlassene Kinder da und nimmt den Jungen aus 'nem Geschäft, darin er Geld hätte verdienen können, lehrt ihn Lesen und Schreiben, und der Bube wird dann Lehrling, Gesell, endlich Meister,» sagte Sikes mit steigendem Zorn über einen so unrechtmäßigen Verlauf, «und so geht's mit den meisten; und hätten sie immer Geld genug, was sie Gott Lob und Dank nicht haben, so würden wir nach ein paar Jahren keinen einzigen Jungen mehr im Geschäft halten.»

«Ja, ja», stimmte der Jude ein, der unterdes überlegt und nur die letzten Worte gehört hatte. «Bill!»

«Was gibt's?»

Der Jude deutete verstohlen auf Nancy hin, die noch immer in das Feuer schaute, und gab Sikes durch Zeichen seinen Wunsch zu erkennen, mit ihm allein gelassen zu werden. Sikes zuckte ungeduldig die Achseln, als wenn er die Vorsicht für überflüssig hielte, forderte indes Nancy auf, ihm einen Krug Bier zu holen.

«Ihr seid nicht durstig, Bill», sagte Nancy mit der vollkommensten Ruhe und schlug die Arme übereinander.

«Ich sage dir, ich bin durstig!» entgegnete Sikes.

«Dummes Zeug! Fahrt fort, Fagin. Ich weiß, was er sagen will, Bill; ich kann's auch hören.»

Der Jude zögerte, und Sikes sah etwas verwundert bald ihn, bald das Mädchen an.

«Brauchst dich vor dem alten Mädchen nicht zu scheuen, Fagin», sagte er endlich. «Hast sie lange genug gekannt und kannst ihr trauen, oder der Teufel müßte drin sitzen. Sie wird nicht mosern[W]; nicht wahr, Nancy?»

«Ihr sollt's wohl meinen», erwiderte sie, ihren Stuhl an den Tisch schiebend und den Kopf auf die Ellbogen stützend.