«Nein, nein, liebes Kind», fiel der Jude ein; «ich weiß das sehr wohl; nur –» Er hielt wieder inne.
«Nun, was denn nur?» fragte Sikes.
«Ich weiß nur nicht, ob sie nicht vielleicht wieder werden würde unwirsch, mein Lieber, wie vor einigen Abenden», erwiderte Fagin.
Bei diesem Geständnisse brach Nancy in ein lautes Gelächter aus, stürzte ein Glas Branntwein hinunter, erklärte unter mehrfachen kräftigen Beteuerungen, daß sie alles hören könne, wolle und werde und so standhaft, mutvoll und treu sei wie eine oder einer. – «Fagin,» sagte sie lachend, «sprecht nur ohne Umschweife zu Bill von Oliver!»
«Ah! Du bist ein so gewitztes Mädchen, wie ich je eins gesehen», versicherte der Jude und klopfte sie auf die Wange. «Ja, ich wollte wirklich sprechen von Oliver; ha, ha, ha!»
«Was ist mit ihm los?» fragte Sikes.
«Daß er der Knabe ist, den Ihr braucht, mein Lieber», erwiderte der Jude in einem heiseren Flüstern, den Finger an die Nase legend und mit einem fürchterlichen Grinsen.
«Der Oliver?!» rief Bill aus.
«Nimm ihn, Bill», sagte Nancy. «Ich tät's, wenn ich an deiner Stelle wäre. Mag sein, daß er nicht so gepfifft und dreist ist wie einer von den andern; aber das ist auch nicht nötig, wenn du ihn bloß dazu brauchen willst, daß er dir 'ne Tür aufmacht. Verlaß dich darauf, er ist petacht[X], Bill.»
«Ich weiß, daß er's ist», fiel Fagin ein. «Er ist in den letzten Wochen geschult gut, und 's ist Zeit, daß er anfängt, für sein Brot zu arbeiten; außerdem sind die andern alle zu groß.»