„Verzeihen Sie! Ich glaube nicht, daß Sie unterwegs lange gezögert haben, sondern mit dem Entschluß zu reisen.“
„Ich hatte Abhaltung —“, der Neffe stockte einen Augenblick in seiner Antwort — „in Folge von Geschäften.“
„Natürlich,“ sagte der höfliche Onkel.
So lange ein Bedienter anwesend war, ward kein Wort weiter zwischen den Beiden gewechselt. Als Kaffee servirt war und sie sich wieder allein befanden, begann der Neffe ein Gespräch, indem er den Onkel ansah und den Augen des Gesichts begegnete, das wie eine schöne Maske aussah.
„Ich kehre zurück von einer Reise in Verfolg des Zieles, das Sie kennen. Es hat mich in große, unerwartete Gefahr gebracht; aber es ist ein heiliges Ziel und wenn es mich in den Tod geführt hätte, hätte es mich, hoffe ich, aufrecht erhalten.“
„Nicht in den Tod,“ sagte der Onkel; „es ist nicht nothwendig zu sagen in den Tod.“
„Ich bezweifle sehr,“ entgegnete der Neffe, „ob, wenn es mich bis an den Rand des Grabes geführt hätte, Sie einen Finger aufgehoben hätten, um mich zu retten.“
Das Vertiefen der Grübchen in der Nase und das Längerwerden der schönen geraden Linien in dem grausamen Gesicht antworteten ominös genug auf diese Vermuthung; der Onkel machte eine anmuthig protestirende Handbewegung, welche so offenbar eine bloße Höflichkeit war, daß sie nicht beruhigen konnte.
„Wahrhaftig, Sir,“ fuhr der Neffe fort, „nach dem, was ich weiß, können Sie eben so gut ausdrücklich darauf hingewirkt haben, den verdächtigen Verhältnissen, die mich umgaben, einen noch verdächtigeren Anstrich zu geben.“
„O, nein, nein,“ sagte der Onkel mit freundlichem Lächeln.