„Sei dem, wie ihm wolle,“ fing der Neffe wieder an und sah ihn mit tiefem Mißtrauen an, „ich weiß, daß Ihre Diplomatie mich durch jedes Mittel hindern und sich in Betreff der Mittel kein Gewissen machen würde.“
„Mein Bester, das habe ich Ihnen gesagt,“ sagte der Onkel mit einem leisen Zittern über den Nasenflügeln. „Haben Sie die Güte, nicht zu vergessen, daß ich Ihnen das vor langer Zeit gesagt habe.“
„Ich erinnere mich dessen wohl.“
„Ich danke Ihnen,“ sagte der Marquis mit der liebenswürdigsten Höflichkeit.
Der Klang seiner Stimme zitterte durch die Luft fast wie der Ton eines musikalischen Instruments.
„Wahrhaftig, Sir,“ fuhr der Neffe fort, „ich glaube, es ist zu gleicher Zeit Ihr Mißgeschick und mein Glück, was mir hier in Frankreich die Freiheit läßt.“
„Ich verstehe nicht ganz,“ erwiderte der Onkel, seinen Kaffee schlürfend. „Darf ich um nähere Erläuterung bitten?“
„Ich glaube, daß, wenn Sie nicht bei Hof in Ungnade wären und zwar schon seit Jahren, mich längst ein Lettre de Cachet auf unbestimmte Zeit auf eine Festung geschickt hätte.“
„Wohl möglich,“ sagte der Onkel mit großer Ruhe. „Um der Familienehre willen könnte ich mich sogar entschließen, Ihnen diese Ungelegenheit zu verursachen. Ich bitte es zu entschuldigen.“
„Ich bemerke, daß zu meinem Glücke der Empfang bei der vorgestrigen Audienz wie gewöhnlich ein kalter gewesen ist,“ bemerkte der Neffe.