„Sie sind sehr geschickt im Stricken, Madame!“
„Ich bin daran gewöhnt.“
„Und auch ein hübsches Muster!“
„Meinen Sie wirklich?“ fragte Madame und sah ihn lächelnd an.
„Gewiß. Darf ich fragen, zu welchem Zweck Sie stricken?“
„Zur Zerstreuung“ sagte Madame immer noch mit freundlich lächelndem Gesicht, während ihre Finger behend sich bewegten.
„Nicht zum Gebrauch?“
„Das kommt darauf an. Vielleicht finde ich einmal eine Verwendung dafür. Wenn das der Fall ist,“ sagte Madame mit einem starken Athemzuge und indem sie kokett ernst mit dem Kopf nickte, „werde ich es verwenden.“
Es war merkwürdig; aber der Geschmack Saint Antoine’s schien ganz entschieden von einer Rose in ihrem Kopftuch verletzt zu werden. Zwei Männer waren eingetreten und im Begriff, sich etwas zu trinken zu bestellen, als sie bei’m Anblick der Blume stockten, vorgaben einen Freund zu suchen, der nicht da war, und wieder gingen. Auch von denen, welche dagewesen waren, als der fremde Gast eintrat, war Niemand mehr vorhanden. Einer nach dem Andern hatte den Laden verlassen. Der Spion hatte gut aufgepaßt, aber kein Zeichen entdecken können. Sie hatten sich in einer armuthbedrückten, ziellosen, zufälligen Weise weggeschlichen, die ganz natürlich und unverdächtig war.
„John“ markirte Madame, während sie weiter strickte und ihre Augen auf dem Fremden ruhten: „Bleibe noch und ich stricke auch „Barsad,“ ehe Du gehst.“