„Sie sind verheirathet, Madame?“

„Ja.“

„Haben auch Kinder?“

„Nein.“

„Das Geschäft scheint schlecht zu gehen?“

„Das Geschäft geht sehr schlecht; die Leute sind so sehr arm.“

„Ach das arme unglückliche Volk! Und so bedrückt — wie Sie sagen.“

„Wie Sie sagen,“ gab Madame berichtigend zurück und strickte dabei hurtig ein Extrazeichen in seinen Namen, das ihm nichts Gutes verhieß.

„Verzeihen Sie; gewiß brauchte ich den Ausdruck, aber natürlich denken Sie so. Das versteht sich von selbst.“

„Ich — denken?“ — entgegnete Madame mit gehobener Stimme. „Ich und mein Mann haben ohne Denken genug zu thun, diesen Weinschank offen zu halten. Unser einziger Gedanke hier ist, wie wir uns das Leben fristen sollen. Das ist’s, woran wir denken und es giebt uns von früh Morgens bis zum Abend genug zu denken, ohne daß wir uns Gedanken über Andere machen können. Ich — für Andere denken? Nein! Nein!“