„Wenn Sie meine Antwort für leichthin gegeben halten, so bitte ich um Verzeihung,“ sagte Darnay. „Ich wollte nur von einer Kleinigkeit abkommen, die Ihnen zu meiner Verwunderung zu schwer auf der Seele liegt. Ich erkläre Ihnen auf das Wort eines Gentleman, daß ich die Sache längst vergessen habe. Guter Gott! was war dabei zu vergessen? Hatte ich in dem großen Dienste, den Sie mir an jenem Tage leisteten, nichts Wichtigeres zu behalten?“

„Was den großen Dienst betrifft,“ sagte Carton, „so fühle ich mich verpflichtet, Ihnen zu gestehen, wenn Sie in dieser Weise davon reden, daß es ein bloßer Advocaten-Effect war. Ich weiß nicht, daß ich mich bekümmerte was aus Ihnen würde, als ich Ihnen diesen Dienst leistete. — Merken Sie wohl! Ich sage: Als ich ihn leistete; ich spreche von der Vergangenheit.“

„Sie stellen die Verpflichtung als sehr leicht dar; aber ich will nicht über Ihre Antwort böse sein.“

„Die reine Wahrheit, Mr. Darnay, glauben Sie mir! Doch ich bin von meinem Zwecke abgekommen; ich sagte: ich wünschte, wir möchten Freunde sein; nun kennen Sie mich: Sie wissen, daß ich aller höheren und besseren Bestrebungen unfähig bin. Wenn Sie es bezweifeln, so fragen Sie Stryver und er wird es Ihnen sagen.“

„Ich ziehe vor, mir meine eigene Meinung zu bilden, ohne ihn zu Hülfe zu nehmen.“

„Gut! Jedenfalls wissen Sie, daß ich ein liederlicher Mensch bin, der nie zu etwas Gutem nütze gewesen ist und sein wird.“

„Ich weiß nicht, was Sie sein werden.“

„Aber ich weiß es und Sie müssen mein Wort dafür nehmen. Gut: Wenn es Ihnen Nichts ausmacht, einen so nutzlosen Kerl und einen Kerl von so zweideutigem Rufe gelegentlich hier ab- und zugehen zu sehen, so bitte ich, mir zu erlauben, daß ich als privilegirte Person hier kommen und gehen darf; daß man mich als ein nutzloses (und ich würde hinzusetzen, wenn ich nicht eine Aehnlichkeit zwischen mir und Ihnen entdeckt hätte: als ein nicht zur Zierde gereichendes) Stück Möbel betrachtete, das alter Dienste wegen geduldet und nicht weiter beachtet wird. Ich glaube nicht, daß ich die Erlaubniß mißbrauchen werde. Ich wette hundert gegen Eins, daß ich sie schwerlich viermal des Jahres benutze. Aber ich gestehe, es würde mir eine Befriedigung sein zu wissen, daß ich sie hätte.“