„Wollen Sie’s versuchen?“

„Das heißt mit andern Worten: daß Sie mich ganz so betrachten wollen, wie ich’s wünsche. Ich danke Ihnen, Darnay. Ich darf mir diese Freiheit mit Ihrem Namen erlauben?“

„Ich sollte meinen, Carton.“

Sie schüttelten sich darauf die Hand und Sydney wendete sich weg. Eine Minute später war er allem äußeren Anschein nach so sehr ein bloßes Nebenstück wie je. Als er fort war und im Verlauf eines mit Miß Proß, dem Doctor und Mr. Lorry zugebrachten Abends erwähnte Charles Darnay diese Unterredung in allgemeinen Andeutungen und sprach von Sydney Carton als ein Räthsel der Sorglosigkeit und Unbekümmertheit um die Zukunft. Er sprach nicht von ihm in bitteren oder tadelnden Ausdrücken, sondern wie Jemand, der ihn sah, wie er sich zeigte.

Er hatte keine Ahnung, daß seine hübsche junge Gattin sich darüber Gedanken machen würde; aber als er später in ihr Zimmer zu ihr kam, wartete sie auf ihn mit dem alten hübschen sinnenden Ausdruck auf der Stirn.

„Wir machen uns heute Abend Gedanken?“ — sagte Darnay, indem er seinen Arm um sie legte.

„Ja, liebster Charles,“ gab sie ihm zur Antwort, indem sie ihn fragend und aufmerksam ansah; „wir sind ziemlich nachdenklich heute Abend, denn wir haben Etwas auf dem Herzen.“

„Was ist es, liebe Lucie!“

„Willst Du mir versprechen, mich nicht mit einer Frage zu bedrängen, wenn ich Dich bitte, sie nicht zu stellen?“

„Ob ich es versprechen will? Was würde ich nicht meiner Lucie versprechen?“