„Ich hätte gehofft,“ sagte der Spion immer noch mit einem Blick auf Mr. Lorry, um ihn womöglich in das Gespräch zu ziehen, „daß die Achtung, welche sie beide Herren für meine Schwester fühlen“ —
„Ich könnte Ihrer Schwester keinen besseren Beweis von meiner Achtung für sie geben, als wenn ich sie von ihrem Bruder endlich erlöste,“ sagte Sydney Carton.
„Meinen Sie wirklich, Sir?“
„Ich bin in diesem Punkte fest entschlossen.“
Das geschmeidige Wesen des Spions, das so seltsam von der zur Schau getragenen Grobheit seiner Kleider und wahrscheinlich auch von seinem gewöhnlichen Benehmen abstach, sah sich so vollständig geschlagen von der Undurchdringlichkeit Cartons — der ein Geheimniß für ehrlichere und weisere Männer war — daß er ganz und gar unsicher ward. Während er noch unentschlossen dasaß fing Carton wieder an, immer noch als ob er sein Spiel durchmusterte:
„Und wahrhaftig, wenn ich mir es näher überlege, sollte ich fast meinen, ich hätte noch eine andere gute Karte hier, die ich noch nicht aufgezählt habe. Dieser Freund und Mitspion, der wie wir sagten in der Provinz angestellt ist; wer war das?“
„Ein Franzose. Sie kennen ihn nicht,“ sagte der Spion rasch.
„Ein Franzose?“ wiederholte Carton nachdenklich und als ob er gar nicht auf ihn hörte, obgleich er das Wort wiederholte. „Hm; wohl möglich.“
„Er ist ein Franzose, auf mein Wort,“ sagte der Spion; „obgleich es nicht von Wichtigkeit ist.“
„Obgleich es nicht von Wichtigkeit ist,“ wiederholte Carton in derselben mechanischen Weise — „obgleich es nicht von Wichtigkeit ist — nein, es ist nicht von Wichtigkeit. Nein. Und doch kenne ich das Gesicht.“