„„Ich bin Arzt, armer Junge,“ sagte ich. „„Laß mich Deine Wunde untersuchen.“
„„Ich mag sie nicht untersuchen lassen,“ gab er zur Antwort; „„laßt sie sein.“
„Sie war unter seiner Hand und ich besänftigte ihn so, daß er mir die Hand wegzunehmen gestattete. Die Wunde war ein Degenstich, zwanzig oder vierundzwanzig Stunden alt, aber kein Arzt hätte ihn retten können, wenn auch sofort darnach gesehen worden wäre. Er näherte sich jetzt rasch seinem Ende. Wie ich meine Augen auf den älteren Bruder heftete, sah ich wie er auf diesen hübschen, sterbenden Burschen herabblickte, als wäre er ein verwundeter Vogel oder ein Hase, oder ein Kaninchen; durchaus nicht als ob er ein Mitmensch wäre.
„„Wie ist dies zugegangen, Monsieur?“ sagte ich.
„„Ein wahnwitziger Hund von einem Bauer, ein Leibeigener, zwang meinen Bruder den Degen zu ziehen und ist von meines Bruders Degen gefallen — wie ein Cavalier.““
„Keine Spur von Mitleid, Schmerz oder menschlichem Mitgefühl war in dieser Antwort zu hören. Der Sprecher schien zuzugeben, daß es unangenehm sei, daß diese andere Art von Creatur hier im Sterben lag und daß es besser gewesen, wenn er in dem gewöhnlichen dunkeln Lauf seines Ungezieferlebens gestorben wäre. Er war ganz unfähig Mitleid mit dem Knaben oder seinem Schicksale zu fühlen.
„Die Augen des Burschen hatten sich langsam ihm zugewendet, als er gesprochen hatte und richteten sich jetzt langsam auf mich.
„„Doctor, sie sind sehr stolz, diese Edelleute; aber wir gemeines Volk sind manchmal auch stolz. Sie berauben uns, beleidigen uns, prügeln uns, schlagen uns todt, aber dennoch bleibt uns manchmal ein klein wenig Stolz übrig. Sie — haben Sie sie gesehen, Doctor?“
„Man hörte das Schreien hier, obgleich durch die Entfernung gedämpft. Er bezog sich darauf, als ob sie in diesem Raume läge.
„Ich sagte: „„ich habe sie gesehen.“