Das sind wieder die Worte Jarvis Lorry’s, wie er die Hände faltet und zum Himmel blickt. Es ist Angst im Wagen und Weinen und das schwere Athmen der bewußtlosen Reisenden.

„Fahren wir nicht zu langsam? Können wir sie nicht bewegen schneller zu fahren?“ fragte Lucie angstvoll den Alten.

„Das würde zu sehr wie Flucht aussehen. Wir dürfen sie nicht zu sehr treiben; es würde Verdacht erwecken.“

„Sehen sie sich um, ob wir verfolgt werden.“

„Die Straße ist frei, liebe Lucie. Bis jetzt werden wir nicht verfolgt.“

Häuser zu zweien oder dreien, einsame Pachthöfe, verfallene Gebäude, Färbereien, Gerbereien und ähnliches offenes Land, Alleen von laublosen Bäumen, ziehen an uns vorbei. Das harte holprige Pflaster ist unter uns, der weiche tiefe Schlamm zu beiden Seiten. Manchmal lenken wir in den Schlamm hinüber, um von den Steinen weg zu kommen, die uns bis auf die Knochen schütteln, und manchmal bleiben wir dort in tiefen Gleisen und Löchern stecken. Die Qual unserer Ungeduld ist dann so groß, daß wir in unserer verstörten Angst und Eile lieber aussteigen und laufen oder uns verstecken möchten — Alles, nur nicht Halt machen.

Hinter uns wieder offenes Land, ringsum wieder verfallene Gebäude, einsame Pachthöfe, Färbereien, Gerbereien und ähnliches, Häuser in Gruppen von zwei oder drei, Alleen von laublosen Bäumen. Haben diese Leute uns hintergangen und fahren sie uns auf einem andern Wege zurück? Ist das nicht derselbe Ort, den wir schon einmal sahen? Gott sei Dank, nein. Ein Dorf. „Sehen Sie sich um, sehen Sie sich um ob wir verfolgt werden! Still! das Posthaus.“

In Muße werden die vier Pferde ausgespannt; in Muße bleibt die Kutsche auf der kleinen Straße stehen ohne Pferde und ohne alle Wahrscheinlichkeit, daß sie jemals wieder in Bewegung kommen werde; in Muße werden die neuen Pferde einzeln sichtbar; in Muße kommen auch die neuen Postillone und binden langsam neue Knoten in ihre Peitschen; in Muße zählen die alten Postillone ihr Geld, verrechnen sich und sind unzufrieden mit dem Resultat. Während der ganzen Zeit schlagen unsere übervollen Herzen mit einer Schnelligkeit, welche den schnellsten Lauf des schnellsten Pferdes, das jemals geboren worden, übertreffen würde.

Endlich sitzen die neuen Postillone im Sattel und die alten sind hinter uns. Wir sind durch das Dorf, den Berg hinauf, wieder hinab und fahren durch die feuchte Niederung. Plötzlich fangen die Postillone an mit lebhaften Geberden miteinander zu reden und die Pferde werden heftig angehalten. Wir werden verfolgt!