„Wollen Sie diese Schuhe heute noch fertig machen?“

„Ich kann nicht sagen, daß ich es will. Ich glaube. Ich weiß nicht.“

Aber die Frage erinnerte ihn an seine Arbeit und er bückte sich wieder über dieselbe.

Mr. Lorry trat jetzt geräuschlos vor, ließ aber die Tochter an der Thür. Als er eine oder zwei Minuten lang neben Defarge gestanden hatte, blickte der Schuhmacher auf. Er verrieth kein Erstaunen über den Anblick einer zweiten Gestalt, aber die unruhigen Finger einer seiner Hände bewegten sich wie bewußtlos nach seinen Lippen, wie er den neuen Ankömmling ansah (seine Lippen und seine Nägel waren von derselben blassen Bleifarbe), und dann sank die Hand auf die Arbeit herab, und er bückte sich wieder über den Schuh. Der Blick und die Handlung hatten nur einen Augenblick in Anspruch genommen.

„Sie haben Besuch, wie Sie sehen,“ sagte Monsieur Defarge.

„Was sagten Sie?“

„Hier ist Besuch.“

Der Schuhmacher blickte wie vorhin auf, aber ohne eine Hand von der Arbeit zu entfernen.

„Hören Sie doch!“ sagte Defarge. „Hier ist Monsieur, der einen gutgemachten Schuh zu beurtheilen versteht, wenn er einen sieht. Zeigen Sie ihm den Schuh, an dem Sie arbeiten. Nehmen Sie ihn, Monsieur.“

Mr. Lorry nahm den Schuh.