„Einhundert und Fünf, Nordthurm.“
„Weiter Nichts?“
„Einhundert und Fünf, Nordthurm.“
Mit einem matten Ton, der kein Seufzer und kein Gestöhn war, bückte er sich wieder über seine Arbeit, bis das Schweigen abermals gebrochen ward.
„Sie sind kein gelernter Schuhmacher?“ fragte Mr. Lorry, indem er ihn mit festem Blicke ansah.
Seine hohlen Augen wendeten sich auf Defarge, als wollte er diesem die Frage übertragen; aber da keine Hülfe von dorther kam, wendeten sie sich wieder auf den Fragenden zurück, nachdem sie erst den Fußboden gesucht hatten.
„Ob ich ein gelernter Schuhmacher bin? Nein, ich war kein gelernter Schuhmacher. Ich — ich habe es hier gelernt. Ich habe es mir selbst gelehrt. Ich frug um Erlaubniß —“
Er bekam wieder seinen Anfall von Zerstreuung, der mehrere Minuten dauerte und während dessen er ganz wie vorhin mit den Händen spielte. Endlich wendeten sich seine Augen wieder langsam dem Gesichte zu, von dem sie abgeschweift waren; als sie wieder darauf ruhten, zuckte er zusammen und fing die abgebrochene Rede wieder an, ungefähr wie ein eben Aufwachender auf einen Gegenstand von voriger Nacht zurückkommt.
„Ich fragte um Erlaubniß, es mir lehren zu dürfen und ich erhielt sie nach langer Zeit und nach vielen Schwierigkeiten und ich habe seitdem fortwährend Schuhe gemacht.“
Wie er die Hand nach dem Schuh ausstreckte, den man ihm abgenommen hatte, sagte Mr. Lorry zu ihm, während er ihn immer noch fest ansah: