„Hunderte,“ sagte Miß Proß.

Es war dieser Dame eigenthümlich (wie einigen andern Leuten vor ihrer Zeit und seither), daß sie, so oft ihre ursprüngliche Behauptung in Frage gestellt wurde, dieselbe übertrieb.

„Du meine Güte!“ bemerkte Mr. Lorry, als das Sicherste, was er thun konnte.

„Ich habe mit dem guten Kinde zusammengewohnt — oder das gute Kind hat bei mir gewohnt und mich dafür bezahlt, was ich gewiß nicht verlangt hätte, darauf können Sie schwören, wenn ich mir oder ihr mit Nichts das Leben hätte fristen können, — seitdem sie zehn Jahre alt war. Und es ist wirklich sehr hart,“ sagte Miß Proß.

Da Mr. Lorry nicht mit Bestimmtheit errathen konnte, was sehr hart sei, schüttelte er den Kopf, indem er diesen wichtigen Theil seines Selbst als eine Art Feenmantel brauchte, der jeglichem Dinge paßte.

„Immer finden sich allerlei Leute, die nicht im Mindesten meines Herzblättchens würdig sind,“ sagte Miß Proß. „Als Sie damit anfingen —“

„Ich soll damit angefangen haben, Miß Proß?“

„Nun, wer denn? Wer hat denn ihren Vater wieder lebendig gemacht?“

„Ach! Wenn das der Anfang war, —“ sagte Mr. Lorry.

„Nun, das Ende war es doch gewiß nicht, sollte ich meinen? Ich sage, als Sie damit anfingen, war es hart genug; nicht daß ich an Dr. Manette Etwas auszusetzen habe, außer daß er einer solchen Tochter nicht würdig ist, was keine Schande für ihn ist, denn es war unter keinen Verhältnissen zu erwarten, daß Jemand ihrer würdig sein sollte. Aber es ist wahrhaftig doppelt und dreifach hart, wenn nach ihm (dem ich es hätte verzeihen können) noch eine Unzahl Leute kommen, um mir meines Herzblättchens Liebe wegzunehmen.“