Sie lächelte und fragte:
„Was bedeutet das, wenn der Himmel rot ist wie heute abend?“
Er antwortete:
„In meiner Heimat behauptet man, daß das Krieg bedeutet. Aber ich denke, daß wir beide uns nicht schlagen werden.“
Sie schritten langsam über den Rathausquai und einer fühlte den andern neben sich. Die Tramways fuhren vorüber mit ihrem: Uan! Uan! wie wilde Tiere. Aber Pierre vernahm nicht ihren Lärm, denn Berthe erzeugte in ihm ein ganz andres Tosen. Die Häuser gegenüber erschienen fern, und die Fußgänger auf dem andern Bürgersteig störten nicht. Er schritt neben ihr mit übervoller Seele. Er sagte:
„Das erinnert mich an mein Städtchen.“
Es war nicht wahr, aber neben ihm schritt eine Frau und er wollte sie in seine Neigungen und sein Leben einweihen. Er wollte sie mit seinem Herzen vertraut machen, damit sie dachte: Das ist ein junger Mann mit schönem Herzen, der aus einer Gegend schattiger Bäume und der Liebe kommt. Er wollte sie mit all seinen Vertraulichkeiten anziehen.
„Das erinnert mich an mein Städtchen. Dort ist das Haus meiner Eltern, umgeben von einem großen Garten. In Paris kennt man keine Gärten. Am Abend wird das Leben dort angenehm. Man trinkt Milch, man ißt Hühner vom eignen Hof. Da ist ein kleiner Bach und ein großer Wald. Die Bäume des Waldes sind kühl. Ich habe einen Freund, der sagt: Sie sind grün wie die Jugend und so kühl, daß man denken möchte, sie machen den Wind. Meine kleine Berthe, ich würde dich auf den Wegen küssen. Wir würden uns ins Moos setzen und, ohne daß uns jemand stört, alle deine Spiele spielen.“
Sie sagte:
„Ich kenne das Land nicht weiter als bis Clamart. Der Arzt wollte, daß ich auf drei Monate wegen der guten Luft hinausgehe. Die Ärzte bilden sich ein, man kann alle ihre Vorschriften befolgen.“